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Rückblick – ASSITEJ Werkstätten

ASSITEJ Werkstätten können sich ganz verschiedenen Themen widmen. So entsteht eine vielstimmige Akademie von ASSITEJ Mitgliedern für alle Interessierten. Meist gibt es eine kurze Dokumentation oder einen Bericht für diejenigen, die nicht dabei sein konnten. Hier gibt es einen Einblick in bisherige Themen. Sie greifen gesellschaftliche Themen wie Nachhaltigkeit und Diversität auf, vertiefen Schwerpunkte aus ixypsilonzett (s. Publikationan), diskutieren Positionen aus dem ASSITEJ Manifest oder Fragestellungen von Veranstaltungen. Auch Themen der ASSITEJ Artistic Gatherings oder ASSITEJ Weltkongresse können hier für Theatermacher*innen in Deutschland aufgegriffen werden. Eigene regionale oder lokale Fragestellungen mit Bezug zu den Darstellenden Künsten für junges Publikum sind ebenfalls willkommen.

Bisherige ASSITEJ Werkstätten (Auswahl)

Werkstätten 2022

Werkstatt Performance Beyond Binaries: Zum Verhältnis von Kindern und Erwachsenen in der Performancekunst

Fundus Theater / Forschungstheater Hamburg, September 2022

Welche Bedeutung hat die Performancekunst für die Verhandlung von Kind-Erwachsenen-Beziehungen an der Schnittstelle von Kunst, alternativen Bildungsmodellen und politischem Aktivismus? Seit langem stellt das FT die Machtverhältnisse zwischen Kindern und Erwachsenen in Frage – auch und gerade im Theater. Deshalb waren wir begeistert über die Archivfunde von Heike Roms, die darauf hinweisen, dass das Verhältnis von Kindern und Erwachsenen für die Entwicklung der Performancekunst selbst eine wichtige Rolle gespielt hat. Ausgehend von dieser Wiederentdeckung diskutiert und erprobt diese WERKSTATT-Verfahren BEYOND BINARIES und versucht, jenseits der DifferenzKinder/Erwachsene miteinander ins Erleben und Handeln zu kommen: Adele Seniorlädt zum The-Child-as-Activist-Manifesto ein, Maike Gunsilius diskutiert dieFallstricke der Partizipation, random people gibt Einblicke in das aktuelleFamilienleben von Performancekünstler*innen und am Ende stehen wir alle auf dem Platz der Kinderrechte und reenacten einen Score von Allan Kaprow.

Ausführliches Programm (PDF), weitere Informationen unter: www.fundus-theater.de/performance-beyond-binaries-i/

Werkstatt »white girl imagining herself as machtkritisch« oder Privilegien, Kanon und Institutionskritik

Im Rahmen von SÜDWIND – 1. Bayerisches Theatertreffen für junges Publikum

Festival Südwind in Ingolstadt, Juli 2022

Als weißes, überwiegend cis-weibliches Performancekollektiv blickt die Frl. Wunder AG zurück auf Produktionen, in denen sie Kategorien wie Weißsein, Intersexualität und Alter verhandelt haben.

Weiß, cisgender, akademisch und diskriminierungskritisch – das ist auch die Ausgangslage vieler Spielleiter*innen, die mit ihren Theaterprojekten machtkritische Themen behandeln möchten. Nicht immer können die Projektverantwortlichen dabei selber aus dieser Position sprechen.

Wie gehen wir auf der Bühne mit gesellschaftspolitischen Fragen um, wenn sie uns nicht selbst betreffen? Wie können wir Differenz thematisieren ohne stereotypen Bildern zuzuarbeiten? Wo sind die »Fallstricke« und »weißen Flecken« versteckt? Wie verlieren wir Intersektionalität nicht aus den Augen? Wie gehen wir mit Kritik um, »wenn es doch gut gemeint war«?

Der Workshop bietet einen Einblick in grundsätzliche Arbeitsweisen der Frl. Wunder AG anhand der Projekte »Adam, Eva und ich« (2015), »Das weiße Stottern« (2017) und »Geliebt, gehasst und trotzdem treu« (2018) sowie »Davon Leben« (2019) und öffnet darüber hinaus einen Reflexionsraum über die eigenen Methoden und Erfahrungen für Regisseur*innen, Theaterpädagog*innen, Stückentwickler*innen und Performer*innen. Ist es sinnvoll einen intersektionalen Bechdel-Test oder einen Code of Conduct für die eigene künstlerische Arbeit zu entwickeln? An welchen Stellen ist unsere Sprechposition hilfreich für die Kritik an den Institutionen des Theaters?

Werkstatt Gendersensibel handeln in der Theaterpädagogik

Theater der Jungen Welt Leipzig, Juni 2022

Für viele Kinder und Jugendliche ist es in den letzten Jahren im Kontext von Schule, Theaterclub, Familie oder Wohngruppe möglich geworden, sich mit der eigenen Identität in Bezug auf ihr Geschlecht, ihr Begehren offen und bewusst auseinanderzusetzen. Unsere geschlechtliche, sexuelle und romantische Vielfalt wird in der Gesellschaft glücklicherweise wahrnehmbarer. Gleichzeitig sind viele Menschen weiterhin vielfach von Diskriminierung in Bezug auf ihre Identität betroffen und es gibt in Theater und Schule einen großen Bedarf sich mit queer feministischen Themen auseinanderzusetzen. Was bedeutet also gendersensibles Handeln im (theater-)pädagogischen Kontext? Was in der künstlerischen Praxis von, mit oder für junge Menschen? Wie könnte eine queere (Theater-)pädagogik aussehen?

Zu diesen und weiteren Fragen möchten wir in Workshops, mit einem Impulsvortrag von Laura Kallenbach (Universität Hildesheim und Gründungsmitglied von CHICKS* freies performancekollektiv) sowie in Gesprächsrunden in Austausch kommen. Teil des Programms sind außerdem die Vorstellungen DER KATZE IST ES GANZ EGAL nach dem Bilderbuch von Franz Orghandl und ALL GENDER*SPLAINING eine JUWI SPIELT Produktion für das Klassenzimmer sowie ein Einblick in das städteübergreifende, partizipative Projekt QUEERTOWNS.

Werkstatt Machtspiele. Kinder- und Jugendbeiräte als nachhaltiger Strukturwandel im Jungen Theater

Festival Westwind in Bochum, Juni 2022

Mit der ASSITEJ-Werkstatt Machtspiele blickt das Theaterrevier auf zwei Jahre geteilte Theaterleitung mit der Drama Control zurück, und lädt im Rahmen des Fachtreffens beim Westwind-Festival ein, daran teilzuhaben.

Immer mehr Kultureinrichtungen mit jungem Zielpublikum laden junge Menschen ein, Teil ihrer Entscheidungsprozesse zu werden. Lange eingeübte Hierarchien lösen sich jedoch nicht von selbst auf. Um neue Strukturen zu etablieren erfordert es Experiment, Übung und Kritik. Mit der Drama Control erprobt das Junge Schauspielhaus Bochum seit 2019 Strukturen und Arbeitsweisen in denen die Stimmen, Ideen und Kritik junger Menschen von Anfang an miteinbezogen wird. Für die Werkstatt Machtspiele werden die Kinder und Jugendlichen der Drama Control selbst die Leitung des Fachtreffens übernehmen. Unter ihrer Anleitung sollen Machtstrukturen in einem spielerisch performativen Rahmen aufs Spiel gesetzt werden.

Werkstatt (Immer noch) Nichts verstanden. Nichtverstehen als lustvoller und anarchischer Moment in der Performancekunst

FFT Düsseldorf, Februar 2022

Gemeinsam mit dem Künstler*innenduo PINSKER+BERNHARDT erforscht die Assitej-Werkstatt „(Immer noch) nichts verstanden“ das Nicht-Verstehen als lustvoller und anarchischer Moment in Performances. Die Werkstatt findet im Rahmen des Festivals PLAY FULL – Performative Begegnungen für Junges Publikum vom 17. bis 22.2.2022 im FFT statt. In ausgewählten Produktionen, Workshops und Diskussionen begegnen sich Kinder, Jugendliche, Künstler*innen, Pädagog*innen und junge Akteur*innen. Gemeinsam sammeln sie neue Erfahrungen und tauschen sich über Ästhetiken und Themen aus, die sie umtreiben.

Werkstatt creative handicapped skills

theaterperipherie Frankfurt am Main, Februar 2022

Eine mixed-abled Werkstatt, in welcher mittels vielfältiger kreativer Techniken eine neue Annäherung an den Begriff und die Ideen von Theater von Allen für Alle gesucht wird. Auf spielerische, lustvolle und praktische Weise werden folgende Fragen erforscht:

Ein umfassender inklusiver künstlerischer Prozess – wie kann er gelingen?

Wie können Teilnehmer*innen mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen und besonderem Potential gemeinsam künstlerisch arbeiten?

Die Arbeit auf Augenhöhe – mehr als nur eine Floskel?

Wie lässt sich daraus eine von Musik und Bildern geprägte Theatersprachen entwickeln?

Der Prozess wird von drei in diesem Bereich erfahrenen Dozent*innen sowie von der Schwarmintelligenz der Gruppe geleitet.

Werkstatt reden mit statt reden über

Festival Panoptikum am Theater Mummpitz, Nürnberg, Februar 2022

Das Festival panoptikum ist ein „Publikumsfestival“, wir sind uns aber bewusst, dass es nicht ausreicht, dem (jungen) Publikum ‚nur‘ hervorragendes Theater zu bieten: Wir verstehen unser Festival auch als „Schule des Sehens“. Und wenn man mehr über die Mittel des Theaters weiß, kann man bewusster zuschauen und hat mehr Spaß am Entdecken. Aber das Sprechen über das Gesehene will gelernt sein! Und wie schafft man es, mit Kindern und Jugendlichen auf Augenhöhe über Theater zu sprechen?

Dieser Frage möchten wir in einem Workshop mit Henrik Køhler, dem Leiter des Teatercentrum Danmark, nachgehen. Der Workshop richtet sich an Festivalmacher*innen,Veranstalter*innen und Theaterschaffende.

 


Weitere Informationen und Material:

Zu fast allen Werkstätten gibt es kurze Berichte oder ausführlichere Dokumentationen. Vorhandenes Material wird hier nach und nach verlinkt. Bei Interesse auch einfach gern nachfragen.

Kontakt

Cynthia Abel (sie/ihr) assitej.projekt@kjtz.de

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ASSITEJ Werkstätten 2023