Direkt zum Inhalt wechseln

Nah dran! Neue Stücke für das Kindertheater 2021

Beim Blick auf aktuelle Spielpläne und Verlagsankündigungen fällt auf, dass nur wenige Autor*innen Stücke für das Kinderpublikum schreiben und zu wenig Theatertexte für die Altersgruppe der Schulanfänger*innen entstehen. Das Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der Bundesrepublik Deutschland schreibt daher in Kooperation mit dem Deutschen Literaturfonds das Förderprogramm Nah dran! Neue Stücke für das Kindertheater für Autor*innen sowie Theater aus.

Einladung zur Bewerbung

Autor*innen sowie Theater werden eingeladen, sich gemeinsam um eine Nah dran!-Förderung für ein Stückentwicklungsprojekt im professionellen Kindertheater zu bewerben. Mit dem Förderprogramm Nah dran! sollen Autor*innen sowie Theater zur Kooperation angeregt werden, um sich gemeinsam für das Kindertheater und seine Theatertexte zu engagieren. Durch die Förderung der Zusammenarbeit von Autor*innen mit diversen Abteilungen der Theater, insbesondere der Regie, sollen Stückentwicklungsprozesse ermöglicht und die neuen Theatertexte für das Kinderpublikum auf die Bühne gebracht werden.


Geförderte Projekte 2021

Emel Aydoğdu in Kooperation mit Junges Schauspiel | D‘Haus, Düsseldorf
Wachsen (AT)
ab 2 Jahren
Regie: Emel Aydoğdu

Alles ist möglich. Aus einem kleinen Keim entsteht ein eigenes Lebewesen. Ein Mensch, ein Tier? Eine Blume, ein Baum?Eine Inspirationsquelle auf dem Weg zu diesem Antrag bildete das Kunstmärchen Der Tannenbaum, das Emel Aydoğdu vor vielen Jahren las und das sie tief beeindruckte. Hans Christian Andersen beschreibt eine Tanne in ihrem Heranwachsen. Sie träumt von vermeintlich Höherem, schlussendlich ist der lang ersehnte Höhepunkt – geschmückt bei Menschen zu stehen – schrecklich kurz. Danach wird sie erst vergessen, dann zu Feuerholz und beendet ihr Leben als Asche.
Emel Aydoğdu wird aus mit Kindern gemachten Erfahrungen eine Textfläche entwickeln, die sich aus der Perspektive sehr junger Menschen mit dem Wachsen und mit dem eigenen Platz im Leben beschäftigt.

 

Jens Raschke in Kooperation mit dem Hessischen Staatstheater Wiesbaden
Schnecke durch die Hecke (AT)
ab 6 Jahren
Regie: Dirk Schirdewahn

Bei einer von geschätzt 100.000 Weinbergschnecken windet sich das Häuschen links- statt rechtsherum: ein genetisches Phänomen (situs inversus), welches außer bei Schnecken nur noch bei uns Menschen auftritt (hier allerdings unsichtbar, da die inneren Organe betroffen sind). Die frischgebackenen Eltern einer Schneckenfamilie staunen nicht schlecht, als sie eines ihrer 66 Schneckenbabies betrachten. Es hat ein Häuschen, das sich linksherum windet und nicht, wie es sich gehört, rechtsherum. Sowas hat die Wiese noch nicht gesehen; dem Ehepaar Pim ist das verdammt unangenehm, ein Kind zu haben, das häuschenmäßig derart aus der Reihe tanzt.Entschleunigung als Fortschrittsmotor, Gemeinschaft und Ausgrenzung, das „Andere“ als das „Besondere“, Neugier gegen Verharren, Vernunft gegen Verschwörungserzählungen und der Mut zur (notwendigen) Veränderung sind die großen, aktuellen Themen des geplanten Stückes von Jens Raschke.

 

Henner Kallmeyer in Kooperation mit dem theaterkohlenpott Herne
Blinde Passagiere im trojanischen Pferd! (AT)
ab 8 Jahren
Regie: Frank Hörner

Die Ilias ist eine der ältesten und wildesten Geschichten der Welt. Die Geschichte vom Krieg um Troja ist endlos faszinierend.Briseis und Spourgitis sind Feinde. Sie müssen Feinde sein. Weil ihre Eltern Feinde sind. Weil ihre Städte gegeneinander Krieg führen. Beiden ist sofort klar, dass sie Feinde sind. Es kann ja gar nicht anders sein.Zwei Kinder treffen sich im trojanischen Pferd. Um sie herum tobt der Krieg, der jeder Krieg sein könnte. Aber hier drin ist es ganz still. Als wären sie die beiden letzten Menschen auf der Welt. Langsam kommen sie sich näher. Sprechen sie dieselbe Sprache? Oder müssen sie erst eine gemeinsame entwickeln?Es gibt aber nicht nur Mord und Totschlag, sondern auch Liebe, Verzeihen, Freundschaft und Aufopferung.

 

Carsten Brandau in Kooperation mit dem Stadttheater Bremerhaven
Jetzt ist aber Schluss (AT)
ab 5 Jahren
Regie: Bianca Sue Henne

Tod und Leben gehören unweigerlich zusammen – ohne Tod kein Leben und ohne Leben auch kein Tod. Und so sind die Fragen an unser alltägliches Leben auf ganz natürliche Weise mit Fragen nach dem Tod verbunden, der eben zwangsläufig ebenso alltäglich ist. Wie können wir Kindern etwas vom Leben erzählen, wenn wir den Tod auslassen, wenn wir als Gesellschaft das Denken pflegen, dass niemand sterben darf, und wir doch gleichzeitig wissen, dass jeder Mensch sterben muss? Bianca Sue Henne und Carsten Brandau wollen sich diesem Thema mit einem Stück annähern, das sich keines tröstenden Narrativs in Form einer exemplarischen Geschichte bedient.

Ausschreibung 2021

Ausschreibung 2021

Download

Mehr

2022